Tauchclup Alpha Kiel e.V.

Ein Tagebuch des Aufbaus des Riffs findet sich unter dem Link Tagebuch links im Menu.

Projekt küntliches Riff Mönkeberg des Tauchclub Alpha Kiel e.V.

Warum?

Riffe haben vielfältige und wichtige Funktionen. Einerseits bieten sie den Tieren Rückzugs- und somit Schutzmöglichkeiten, andererseits geben sie den Organismen, die einen festen Siedlungsgrund benötigen, die Möglichkeit zu wachsen. Steine und andere feste Stoffe, die sich unter Wasser befinden bieten u. a. den Miesmuscheln die Möglichkeit sich fest zu halten und somit einen Platz um zu wachsen. Miesmuscheln filtern das Wasser bei der Nahrungsaufnahme und helfen dadurch, die Wasserqualität zu verbessern. Nach dem zweiten Weltkrieg haben die Steinfischer die Kieler Förde nahezu von Steinen und anderen Hartsubstraten befreit. Diese Steine wurden für den Wiederaufbau über Wasser benötigt. Deren Fehlen unter Wasser jedoch sorgte im Laufe der Jahre dafür, das die Population der Tiere die Steine zum leben brauchen, stark zurückging. Um der Ostsee, zumindest im Rahmen unserer Möglichkeiten, wieder Besiedlungsgrund zurück zu geben, hat der Tauchclub Alpha das Projekt "Künstliches Riff" ins Leben gerufen. Wer jetzt der Meinung ist, das die Ämter und Behörden dieses sinnvolle Ansinnen, welches doch gut für die Umwelt sein soll, bedingungslos begrüßen und rückhaltlos unterstützen, der irrt. Kurz gefasst brauchte es über ein Jahr, mehrere Expertisen von Fachleuten und vielen zuständigen Behörden, sowie sehr viel Engagement und vor allen Dingen Durchhaltevermögen, um den Ämtern unser Ansinnen nahe zu bringen. Erst dann durfte der Tauchclub Alpha Kiel e.V. die für das Riff benötigte Wasserfläche pachten. Jawohl, Sie haben richtig gelesen! Um der Umwelt etwas Gutes tun zu dürfen, muss der TC Alpha jedes Jahr Miete zahlen für das Gelände auf dem sich das Riff befindet. Wir freuen uns aber trotzdem über jeden Schnorchler oder Taucher, der das Rifffeld betaucht und sich an dem Bewuchs erfreut. Es liegt in 5 bis 6 Metern Tiefe. Nachdem nun alle notwendigen Genehmigungen vorlagen konnten wir anfangen, die Betonblöcke, so genannte Reefballs, zu gießen. Die Firma MariLim aus Kiel lieh uns dafür alle notwendigen Werkzeuge für ein geringes Entgelt. So ein Reefball wiegt, je nach Größe, zwischen 150 und 400 kg.

Wie?

Um Badende und andere Wassersportler nicht zu gefährden mussten wir die Installation des Riffs vor Beginn der Badesaison 2005 beendet haben. Nachdem sich das Gießen und insbesondere das Trocknen der Betonteile als extrem zeitaufwendig erwies, kam es uns sehr gelegen, dass uns die Firma Bluhm in Klausdorf/Schwentine einen Teil ihres Betriebsgeländes zur Verfügung stellte. Nun konnten wir jeweils zwei Reefballs parallel gießen und trocknen lassen. Die Zeit wurde trotzdem knapp und so waren wir sehr froh, dass uns die Firma MariLim 6 Reefballs, die vor der Holtenauer Seebadeanstalt lagen, schenkte. Mit einem großen Hebesack und einem Motorboot verholten wir die fertigen Reefballs aus Holtenau und bugsierten sie zusammen mit unseren eigenen auf Ihre endgültige Position auf unserem gemieteten Wassergrundstück. Hier liegen nun unsere15 Reefballs. (siehe Skizze)

Positionseckdaten der Reefballfläche in Mönkeberg

Punkt 1: 54° 21,1050’ N / 10° 10,6033’ E
Punkt 2: 54° 21,1037’ N / 10° 10,6100’ E
Punkt 3: 54° 21,0985’ N / 10° 10,6017’ E
Punkt 4: 54° 21,0977’ N / 10° 10,6052’ E

Und nun?

Seit 2005 liegen die Reefballs nun unter Wasser vor dem Mönkeberger Strand. Mittlerweile ist der Bewuchs stark angewachsen und die Betonteile sind von Flora und Fauna gleicher maßen gut angenommen worden. Auch Krebse haben die Reefballs bereits als Revier angenommen, Algen und Miesmuscheln als Besiedlungsgrundlage und diverse kleinere Fischarten als Unterschlupf bzw. Versteck vor Fressfeinden. Das Projekt war somit erfolgreich und der Mühe wert. Wir werden die Entwicklung unseres Projektes weiter beobachten und dokumentieren.

Bernd Seiffert

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